Aus der Stadtratsfraktion – Die Innenstadt als Sorgenkind

Eine Innenstadt lebt vom Bäcker um die Ecke oder auch dem Wochenmarkt. Zusammenfassend: Eine Innenstadt lebt vom Handel. Das große Problem – das Sterben der Innenstadt ist etwas, was Halle nun schon länger beschäftigt. Der große Paukenschlag war die Ankündigung, dass Galeria-Kaufhof seine Pforten schließen wird. Das Gebäude wird nun eine Erinnerung an die Folgen der Corona Krise bleiben. Die Stadt muss sich jetzt Gedanken machen, wie der Wirtschaftsstandort Innenstadt wieder attraktiv werden kann. Der Entdeckungscharakter des Boulevards wird ungemein erhöht, wenn die Flaniermeile flexibel bleibt. Ein Angebot von unterschiedlichen Händlern zieht Bürger in die Innenstädte.

Wie erreicht man aber so ein agiles Angebot? Die Antwort: Pop-up Stores. Eine Möglichkeit, Leben in bereits aufgegebene Geschäfte zu bringen. Städte bieten ihre Räumlichkeiten an, der Unternehmer zahlt keine Miete, sondern muss nur die Betriebskosten übernehmen. Im Gegenzug erhält die Stadt einen festen Prozentsatz des Gewinns. So entfällt das Risiko der dauerhaften Mietkosten und die Stadt wird trotzdem gewinnbringend beteiligt. Aber auch die Kommunikation zwischen der Stadt und den Einzelhändlern muss verbessert werden. Händler, Verwaltung, ebenso das Stadtmarketing müssen zusammenarbeiten, um die Attraktivität der Innenstadt zu verbessern. Weiterhin spielt die Erreichbarkeit eine Rolle. So müssen differenzierte Mobilitätsangebote geschaffen werden. Der ÖPNV, aber auch Rad- und Autofahrer zieht es gleichermaßen in das Stadtzentrum. Wir dürfen hier nicht einen Verkehrsteilnehmer gegen den anderen ausspielen. Das neue Mobilitätskonzept der Stadt Halle wird sich ebenfalls diesem Problem annehmen müssen.

Lieferketten und den örtlichen Wirtschaftsverkehr für die einzelnen innerstädtischen Läden lassen sich nicht mit Lastenräder auf der letzten Meile erfolgreich betreiben. Es sind bestenfalls ergänzende Mittel. Alle Gewerbetreibenden der Innenstadt wie Händler, Gastronomen und andere müssen sich darauf verlassen können, dass sie auch morgen noch in ihrer Anlieferzone durch Großhändler bedient werden können. Der Wirtschaft haben 2 Jahre Pandemie und die daraus folgende fehlende Planbarkeit schwer zu schaffen gemacht. Wir dürfen diese jetzt nicht mit zu kurz gedachten Mobilitäts- und Innenstadtkonzepten wiederholen.

Sie finden den Artikel auf Seite 6 in der Ausgabe des Amtsblattes der Stadt Halle (01. Juli 2022). Online gibt es ihn HIER.

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